Die Red Bee Garnele


Meine ersten Red Bees bekam ich im Frühjahr 2006. Es waren hauptsächlich Tiere in der Ausprägung Grade A bis Grade S, Einfach-Hinomaru (Grading siehe weiter unten). Bald schon stellten sich erste Zuchterfolge ein, sodass ich schnell einige Tiere abzugeben hatte. Von dem Geld dass ich mir damit verdiente kaufte ich mir weitere, besser gezeichnete Tiere und auch ein paar wenige der damals neu auf dem Markt erhältlichen Snowwhites.

Vor allem von den Snowwhites erhoffte ich mir, dass sie meinen Nachwuchs in der Färbung extrem nach vorne bringen würden. Wenn man das Hauptaugenmerk auf die Zeichnung legt, dann war dies in der Tat auch der Fall. Leider aber hatte ich mehr als zuvor Probleme mit der Farbdichte der Tiere. Die Snowwhite Bees waren zwar keine Skeleton aber irgendwo bei Grade Mid einzustufen. Meine Annahme ist, dass die Snowwhite Bee für sich zwar nicht unbedingt eine Verschlechterung der Farbqualität der Red Bees nach sich zieht. Trotzdem leidet Die Qualität, da selbst in Snowwhite Grade High schlechtere Grades in den Genen verankert sind. Dies bedingt dann, dass nicht der ganze Nachwuchs Top-Farben aufweist.

Ich beschloss für mich, die Snowwhite-Einkreuzung bleiben zu lassen, auch da mir meine japanischen Freunde dringend davon abrieten. So startete ich parallel zu dem Snowwhite-Becken ein weitere Zuchtbecken für eine Zucht ohne Snows. Die anderen Tiere mit Snowwhite-Einkreuzung habe ich mittlerweile an andere Züchter&Halter abgegeben.

In meiner Anlage halte und Züchte ich mittlerweile Red Bees von Grade S V-Band bis Grade SSSS Flowerhead (siehe weiter unten). Hier ein Bild einer Mosura Gruppe bei der Fütterung


Steckbrief:

Lateinischer Name: Caridina cf. cantonensis

Herkunft: Hochzuchtgarnelen der Crystal Red; Herausgezüchtet in Japan

Größe: Männchen bis 20mm, Weibchen bis 25mm

Zucht: Bei optimalen Haltungsbedingungen tragen die Red Bee Weibchen etwa alle zwei Monate ca. 20 bis 50 Eier in ihren Bauchtaschen aus denen nach etwa vier Wochen Tragezeit fertig entwickelte Jungen schlüpfen. Die Zucht ist problemlos in Süßwasseraquarien möglich.

Haltung: pH 6 - 7.5; GH 2-10°dGH; KH 0-6°dKH; 20-24°C

Nahrung: Aufwuchs, kleinste Wasserinsekten, Laub, Spinat, ... sowie die im Handel erhältlichen Futtersorten


Red Bee - Deep Red

Meine absoluten Lieblinge unter meinen Red Bees ist der "Deep Red"-Stamm. Diese Tiere sind aus der japanischen Akaebi-Linie. Das besondere an diesem Stamm ist, dass der Züchter sie nicht hauptsächlich nach Zeichnung sondern ausschließlich nach Farbqualität und -dichte selektiert hat. Die Deep Red Bees sind selbst in ihrem Ursprungsstamm nur wenige hundert Tiere, da sie nicht auf Masse gezüchtet werden und nur sehr wenige Tiere den hohen Anforderungen genügen. Die aussortierten Tiere, die natürlich immer noch sehr sehr gut sind, gehen in den Stamm "normaler" Red Bees ein.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Züchter im Verlauf der Generationen immer nur Red Bees untereinander vermehrt hat, also ohne Snowwhite oder Black Bee einkreuzung. Wie er sagt ist nur dadurch diese hohe Qualität überhaupt möglich geworden.

Seit kurzem pflege ich einige Tiere dieser Top-Linie und der erste Nachwuchs hat sich auch schon eingestellt. Sie scheinen allerdings etwas empfindlicher zu sein, als meine anderen Red Bees. Dafür ist die Qualität wirklich nicht zu vergleichen.

Hier ein paar Impressionen von dieser tollen Linie:




Red Bee Shrimp Grades:

In den folgenden Zeilen möchte ich Ihnen nun die verschiedenen Klassenstufen der Red Bee Garnelen näher bringen. Die Gradeeinteilung geschieht lediglich aufgrund des Zeichnungsmusters. Weitere Einteilungen nach Farbdichte und -intensität innerhalb der jeweiligen Grades sind zudem sehr sinnvoll. Tiere mit schlechten Farben gebe ich persönlich als "B-Sortierung" ab, dann zu einem günstigeren Preis, als die guten Tiere.
Desweiteren ist es meiner Meinung nach am Sinnvollsten nicht nur nach Grade zu benennen, sondern vielmehr die Zusätze wie Hinomaru, Mosura etc. zu nutzen.

Die Hohen Grades wurden in der jetzt folgenden Abfolge nacheinander durch Selektionszucht erreicht. Da damit jede Menge Arbeit verbunden ist, spiegelt sich dies auch in den Preisen wieder. Während Grade B - Dreiband Garnelen bereits für wenige Euro zu haben sind, erreichen die Grade SSSS Flowerhead Spitzentiere immernoch Preise im dreistelligen Bereich.

Grade B - Dreiband:

Red Bee Garnelen des Grade B -Dreiband zeichnen sich durch 3 weiße Längsstreifen aus.

Grade A - Vierband:

Garnelen des Grade A - Vierband bestechen durch ein zusätzliches viertes Weißes Band.



Grade S - Tigertooth:

Grade S - Tigertooth Red Bees zeichnet ein verringertes mittleres schwarzes oder rotes Band mit einem weissen Zacken etwa in  der Mitte aus.
Da dieser Zacken die japanischen Namensgeber an einen Tigerzahn erinnerte, nennt sich diese Gradestufe Tigertooth, zu deutsch Tigerzahn.





Grade S - V-Band:

Bei V-Band-Garnelen ist das mittlere Band V-förmig verringert.






Grade SS - Hinomaru:

Bei Garnelen des Grades SS - Hinomaru ist das mittlere Band zu einem etwa kreisrunden Fleck verringert. Da dieser Fleck an die japanische Flagge (Roter Punkt auf weißem Papier) erinnert,  nennt man diesen Grade wie eben diese Flagge Hinomaru.

Von Doppel-Hinomaru spricht man, wenn auch der hintere Rotanteil zu einem Kreis verringert ist und nicht mehr ganz durchgängig ist.


Es gibt weitere Sonderformen des Gade SS: von No Entry Sign (1) spricht man, wenn der Hinomaru-
Fleck durch einen weißen Balken in zwei Hälften geteilt wird.  Wenn nur noch eine dieser beiden Hälften übrig ist, spricht man von Half-Moon (2). Ist der mittlere Rot- oder Schwarzanteil auf einen minimalen roten respektive schwarzen Fleck verringert, so spricht man von Fast-Mosura (3).






Grade SSS - Mosura:

Bei der Ausprägung Grade SSS - Mosura ist das mittlere rote beziehungsweise schwarze Band komplett verschwunden, sodass der mittlere Körperabschnitt komplett weiß gefärbt ist.


Kopfzeichnungen:

Mit voranschreitender Hochzucht und immer geringer werdendem Weißanteil der Tiere fiel einem weiteren Merkmal eine immer größere Bedeutung zu: der Kopfzeichnung. So gibt es vor allem  bei Hinomarus und Mosuras Tiere mit besonders schöner Kopfzeichnung und stark verringertem Rot  im Kopfbereich.

In der Urform haben die Tiere nahezu komplett rote Köpfe. Oft sieht man bei Red Bees zwei kleinere weiße Punkte auf der linken und rechten Kopfhälfte. Man spricht hierbei von Maro-ten (1). Diese Maro-ten treten in unterschiedlichen Größen und formen auf. Sie können so groß werden, dass sie sich verbinden und Herzförmig aussehen. Dann spricht man von Herz/ Heart-Kopfzeichnung (2). Sie können auch einen kleineren roten Punkt umschließen, dann spricht man von Kronen/ Crown-Zeichnung (3), da der rote punkte in der Kopfmitte quasi eine Krone auf dem Haupt der Red Bee bildet.






Grade SSSS - Mosura Flowerhead:

Bei weiter verringertem Rotanteil im Kopfbereich entstehen bisweilen sehr bizarre Formen. Als Überbegriff nennt man diese Tiere Mosura Flowerhead, da die Kopfzeichnungen nicht selten den Rundungen von Blüten gleicht.